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Pfandhaus Schweiz: Standorte, Kosten und Alternativen (2026)

Aktualisiert: Juli 2026 · Pfandly-Redaktion

Wer in der Schweiz einen Gegenstand verpfänden will, stösst auf ein erstaunliches Problem: Es gibt kaum Pfandhäuser. Für rund 9 Millionen Einwohner existieren nur etwa 10 bis 12 Anbieter — zum Vergleich: Deutschland zählt über 150. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist, was die bestehenden Pfandhäuser kosten und welche Alternativen es gibt.

Warum es so wenige Pfandhäuser gibt

Der Grund steht im Zivilgesetzbuch von 1907: Gewerbsmässige Pfandleihe braucht eine Bewilligung der Kantonsregierung (Art. 907 ZGB) — und die Kantone dürfen diese auf staatliche Institute beschränken. Zürich und Genf haben genau das getan: Dort ist private gewerbliche Pfandleihe faktisch verboten. Andere Kantone (z.B. Zug, Schwyz) erlauben sie zwar, regulieren aber streng — inklusive Zinsobergrenzen, Versicherungspflicht und behördlicher Aufsicht.

Was Schweizer Pfandhäuser kosten

  • ZKB Pfandleihkasse (Zürich): 1% Zins pro Monat, keine weiteren Kosten. 6-Monats-Verträge mit Verlängerungsoption. Das älteste Pfandhaus der Schweiz (seit 1872).
  • Caisse publique de prêts sur gages (Genf): staatliche Pfandleihanstalt mit vergleichbaren Konditionen.
  • Lizenzierte private Pfandleiher: kantonal gedeckelt — im Kanton Zug z.B. auf maximal 15% Jahreszins, worin sämtliche Aufwendungen für Schätzung, Aufbewahrung und Versicherung bereits enthalten sein müssen (§ 11 Pfandleihverordnung ZG). Im Kanton Schwyz liegt die Grenze bei 12% pro Jahr.

Zum Vergleich: In Deutschland ergeben Zins plus Gebühren nach der Pfandleiherverordnung oft effektive Jahreskosten von 40–54%. Die Schweizer Regulierung ist damit deutlich konsumentenfreundlicher — führt aber zur Unterversorgung: Ausserhalb von Zürich und Genf gibt es kaum Anlaufstellen.

Die Alternative: private Pfandgeschäfte

Was viele nicht wissen: Privatpersonen dürfen einander Geld gegen Pfand leihen. Das Bewilligungserfordernis gilt nur für das gewerbsmässigePfandleihgewerbe. Für die Kosten privater Darlehen gilt in den neun Kantonen des Zinskonkordats (BE, FR, GE, NE, JU, SH, VD, VS, ZG) eine Obergrenze von 1.5% Gesamtentschädigung pro Monat — mehr dazu im Artikel Was darf ein Pfandkredit kosten?

Plattformen wie Pfandly bringen beide Seiten zusammen: Wer Geld braucht, inseriert seinen Gegenstand; wer Geld anlegen will, macht ein Angebot. Vertrag und Übergabeprotokoll werden automatisch erstellt, die Konditionen sind auf 1% Zins plus 0.5% Aufbewahrungspauschale pro 30 Tage begrenzt — ZKB-Niveau, aber schweizweit verfügbar. Wie das genau abläuft, zeigt der Artikel Wie funktioniert ein privates Pfandgeschäft?

Häufige Fragen

Wie viele Pfandhäuser gibt es in der Schweiz?

Nur etwa 10 bis 12 — für rund 9 Millionen Einwohner. Der Grund ist rechtlich: Gewerbsmässige Pfandleihe braucht eine kantonale Bewilligung (Art. 907 ZGB), und Kantone wie Zürich und Genf vergeben diese nur an staatliche Institutionen.

Was verlangt die ZKB Pfandleihkasse?

Die Pfandleihkasse der Zürcher Kantonalbank (gegründet 1872) verlangt 1% Zins pro Monat auf das Darlehen, ohne weitere Kosten. Verträge laufen 6 Monate und können verlängert werden. Beliehen werden vor allem Markenuhren, Goldschmuck und Edelmetalle.

Warum sind deutsche Pfandhäuser teurer als Schweizer?

Deutschland hat mit der Pfandleiherverordnung ein eigenes Gebührensystem: 1% Monatszins plus Gebühren für Lagerung und Versicherung, was effektiv 40–54% pro Jahr ergeben kann. In der Schweiz deckeln kantonale Gesetze und das Zinskonkordat die Gesamtkosten deutlich tiefer — meist bei 12–18% pro Jahr.

Welche Alternative gibt es zum Pfandhaus?

Private Pfandgeschäfte: Privatpersonen leihen einander Geld gegen Pfand — rechtlich zulässig und im Rahmen des Zinskonkordats auf max. 1.5% Gesamtkosten pro Monat begrenzt. Plattformen wie Pfandly vermitteln solche Geschäfte schweizweit mit automatischem Vertrag und Übergabeprotokoll.

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Pfandly ist die Schweizer Plattform für private Pfandgeschäfte — mit automatischem Vertrag, Übergabeprotokoll und transparenten Konditionen.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung. Stand der rechtlichen Angaben: Juli 2026.