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Was darf ein Pfandkredit in der Schweiz kosten? Zinsen & Gebühren

Aktualisiert: Juli 2026 · Pfandly-Redaktion

Kurze Antwort: deutlich weniger, als viele denken. Die Schweiz begrenzt die Kosten von Kleinkrediten und Pfandgeschäften gleich mehrfach — durch das interkantonale Zinskonkordat, kantonale Pfandleihegesetze, das Konsumkreditgesetz und letztlich den Wucher-Artikel im Strafgesetzbuch. Hier die Grenzen im Überblick.

1. Das Zinskonkordat: max. 1.5% pro Monat — alles inklusive

Das interkantonale Konkordat über Massnahmen zur Bekämpfung von Missbräuchen im Zinswesen (1957) gilt in neun Kantonen: Bern, Freiburg, Genf, Neuenburg, Jura, Schaffhausen, Waadt, Wallis und Zug. Artikel 1 legt fest: Wer Gelddarlehen gewährt, darf als Gesamtentschädigung höchstens 1.5% pro Monat der geschuldeten Summe fordern — davon maximal 1% für Zinsen, Provisionen und Gebühren sowie maximal 0.5% für ausgewiesene Auslagen und Kosten. Das entspricht rund 18% pro Jahr, als absolute Obergrenze.

2. Kantonale Pfandleihegesetze: 12–15% pro Jahr

Für bewilligte, gewerbliche Pfandleiher gelten kantonale Obergrenzen, die noch strenger sind. Beispiel Kanton Zug (§ 11 Pfandleihverordnung): maximal 15% Jahreszins, worin sämtliche Aufwendungen enthalten sind — ausdrücklich auch Schätzung, Aufbewahrung, Versicherung und Verwertung. Ein zusätzliches Entgelt ist verboten. Der Kanton Schwyz begrenzt auf 12% pro Jahr. Die staatliche ZKB Pfandleihkasse verlangt 1% pro Monat ohne weitere Kosten.

3. Konsumkreditgesetz: 10% — aber selten anwendbar

Das KKG deckelt Konsumkredite bei 10% effektivem Jahreszins, gilt aber nur für Beträge von 500 bis 80'000 Franken und nicht für Kredite mit höchstens 3 Monaten Laufzeit. Klassische Pfandkredite (30–90 Tage) fallen deshalb in der Regel nicht unter das KKG — die Grenzen aus Konkordat und Wucherrecht gelten trotzdem.

4. Die absolute Grenze: Wucher (Art. 157 StGB)

Unabhängig von allen Spezialgesetzen gilt: Wer die Notlage eines Kreditnehmers ausnützt und offensichtlich übersetzte Konditionen verlangt, macht sich des Wuchers strafbar — Freiheitsstrafe bis 5 Jahre. Gerichte beurteilen dabei die Gesamtbelastung: Auch als "Bearbeitungsgebühr" oder "Lagerkosten" deklarierte Beträge zählen mit.

Konkret: Was ist ein fairer Pfandkredit?

  • 1% Zins pro Monat — der Satz der ZKB Pfandleihkasse, seit 150 Jahren bewährt
  • Bis 0.5% pro Monat für belegte Aufbewahrungs- und Versicherungskosten (Konkordats-Rahmen)
  • Gesamtbelastung um 12–18% pro Jahr — alles darüber ist in der Schweiz rechtlich heikel
  • Belehnung 40–50% des Wiederverkaufswerts — die eigentliche Sicherheit ist das Pfand, nicht der Zins

Auf Pfandly sind diese Grenzen technisch fest verankert: maximal 1% Zins plus 0.5% Aufbewahrungspauschale pro 30 Tage, im Vertrag transparent als Monats- und Jahressatz ausgewiesen. Wie ein Pfandgeschäft abläuft, erklärt der Artikel Wie funktioniert ein privates Pfandgeschäft?

Häufige Fragen

Wie hoch dürfen die Zinsen bei einem privaten Darlehen maximal sein?

In den neun Kantonen des Zinskonkordats (BE, FR, GE, NE, JU, SH, VD, VS, ZG) sind maximal 1.5% Gesamtentschädigung pro Monat erlaubt — davon höchstens 1% Zins und 0.5% für ausgewiesene Auslagen. Das entspricht rund 18% pro Jahr. Deutlich höhere Sätze riskieren schweizweit den Wucher-Tatbestand (Art. 157 StGB).

Zählen Gebühren und "Nebenkosten" zum Zins dazu?

Ja. Das Schweizer Recht rechnet konsequent die Gesamtbelastung: Das Zinskonkordat spricht ausdrücklich von "Gesamtentschädigung", kantonale Pfandleihegesetze schliessen Aufbewahrung und Versicherung explizit in die Zinsobergrenze ein. Zins in "Gebühren" umzubenennen umgeht die Grenzen nicht.

Gilt das Konsumkreditgesetz (KKG) für Pfandkredite?

Meist nicht: Das KKG gilt nur für Kredite von 500 bis 80’000 Franken und nimmt Kredite aus, die innert höchstens 3 Monaten zurückzuzahlen sind. Typische Pfandkredite (30–90 Tage Laufzeit) fallen damit nicht unter das KKG. Wo es gilt, deckelt es den effektiven Jahreszins bei 10%.

Was ist Wucher?

Wucher (Art. 157 StGB) liegt vor, wenn jemand die Notlage einer Person ausnützt und sich eine Gegenleistung versprechen lässt, die in einem offenbaren Missverhältnis zur Leistung steht. Zinswucher ist ein Straftatbestand mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe — betroffene Verträge sind zudem zivilrechtlich anfechtbar.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung. Stand der rechtlichen Angaben: Juli 2026.